Warum unterstütze ich das Projekt... Christian Hardenberg

Ich unterstütze das „smart user“ Projekt, weil ich vier Kinder habe, die sich ausgiebig im Internet tummeln. „Smart user“ sensibilisiert Kinder und Jugendliche zum nachdenklichen Umgang mit Internet, Handy etc., indem das Projekt die Kinder und Jugendlichen selbst über den Umgang reflektieren und ihre Erfahrungen veröffentlichen lässt, und nicht den Erwachsenen die Rolle der Bedenkenträger und Medienkritiker zuweist. Indem „smart user“ nicht die neuen Medien verteufelt, sondern zum verantwortungsbewussten Umgang damit ermuntert. Indem „smart user“ als Pilotprojekt zum Nachmachen einlädt und die Chance hat, eine große Reichweite zu erzielen.

Ich schaue mir regelmäßig an, was meine Kinder so auf Schüler VZ etc. veröffentlichen und auch, wie die Kinder der Verwandten und Freunde es so halten. Dabei wird oft klar, dass dort Texte und Fotos im Netz stehen, von denen man eigentlich doch nicht will, dass eine große Gruppe von Leuten sie sehen und weiterverbreiten kann.

So hatte eine 12-jähriges Mädchen das ich kenne, anzügliche Fotos von sich im Schüler VZ veröffentlicht, war stolz auf ihren großen Freundeskreis dort und hat sich hinterher sehr gewundert, dass viele Freunde, Verwandte und Klassenkameraden sie später geschnitten haben, weil sie das echt unmöglich fanden. Nun hat sie „ihren Ruf weg", den sie wahrscheinlich lange nicht los wird. Dabei war es natürlich nur ein Spaß, aber kann man von 12-Jährigen wirklich erwarten, dass sie die Folgen solcher Späße erkennen?

Ich glaube nicht, daher sind Aufklärungsprojekte immens wichtig.

Meine Hochachtung gilt auch den Schulen, die bei diesem Projekt mitmachen. Immerhin gehen sie das Risiko ein, dass sie gefragt werden, ob sie nicht selbst genügend Aufklärung betreiben. Ich habe in Berlin drei Schulen, auf denen meine Kinder sind oder waren, auf Unterstützungs- und Aufklärungsangebote von Innocence in Danger angesprochen. Alle haben abgesagt, weil Sie angeblich ausreichende Informationsveranstaltungen bieten. Leider waren meinen Kindern diese Angebote weitgehend unbekannt (eines meiner Kinder war Schulsprecher an seiner Schule, und hätte echt wissen müssen, wenn es ausreichende Angebote gegeben hätte).

Und ich fand das Kreativwochenende mit Hauptschülern, Gymnasiasten und Hörgeschädigten Schülern echt super. Wenn ich bedenke, wie wir uns in meiner Heimatstadt früher zwischen Gymnasiasten und Hauptschülern geprügelt haben und Menschen mit Behinderungen fast schon brutal ausgegrenzt haben, war diese gemeinsame Veranstaltung wirklich grandios und Wert, zum Nachmachen anzuregen.

Darum unterstütze ich „smart user“ und bin gern beim nächsten Kreativwochenende dabei.

Viele Grüße
Christian Hardenberg
Vorstand Innocence in Danger