Ich selber habe das Internet und das Handy erst mit Anfang dreißig kennen - und lieben - gelernt. Für mich sind beide Geräte aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken. Ich nutze sie beruflich aber auch privat. Ich liebe es, im Internet zu surfen. Manchmal vergesse ich dabei auch die Zeit, so interessant sind die Seiten, die ich dann finde.
In den letzten Jahren habe ich aber immer wieder Kinder und Jugendliche getroffen, die ganz üble Situationen mit den neuen Medien erlebt haben. Ich kenne z.B. einen Jungen, der schon in der Grundschule von anderen Jungen Videoclips mit Pornografie auf dem Handy ansehen musste. Zwar fand er das ekelhaft, aber „NEIN“ sagen konnte er auch nicht. Dann hätte er nicht mehr dazu gehört.
Oder ein 14-jähriges Mädchen, das im Internet mit einem Jungen gechattet hatte. Der Junge war eigentlich ganz nett, BIS er ihr ein Bild von sich geschickt hat. Als sie es öffnete, sah sie einen nackten Penis. Sie erschrak so sehr, dass sie sofort ihren Computer ausmachte und sich tagelang nicht traute, ihn wieder an zu machen. Erst als sie ihrer Mutter davon erzählte, überlegten sie gemeinsam, was sie tun konnten. Danach ging es ihr besser.
Ich glaube, dass unser Modellprojekt der richtige Weg ist, mit Mädchen und Jungen gemeinsam Strategien für einen klugen Umgang mit dem Internet und Handy zu überlegen. Es hat sich gezeigt, dass das pure Wissen vom „richtigen“ Umgang mit den neuen Medien nicht immer ausreicht, um sich vor Gefahren zu schützen. Manchmal greift man eben trotzdem auf die „heiße“ Herdplatte, obwohl man doch eigentlich weiß, dass es weh tut.
Ich freue mich darüber, dass die Jugendlichen in den Workshops über ihre guten und ihre schlechten Erfahrungen mit Internet und Handy ins Gespräch kommen. Bei den praktischen Übungen zeigen sie, wie kreativ und technisch geschickt sie damit umgehen. Großes Kompliment!
Die neuen Medien haben einen festen Platz im Leben eingenommen und haben auch die Kommunikation erweitert. Doch das persönliche Treffen mit Freunden und Freundinnen steht trotzdem noch an erster Stelle.
Unser gemeinsames Kreativwochenende in der Eifel hat eindrucksvoll gezeigt, wie leicht und wie gerne die Jugendlichen miteinander in Kontakt kommen – und miteinander viel Spaß haben.
Ganz nebenbei sind dabei bemerkenswerte „Produkte“ entstanden: ein Videoclip und zwei Filme bearbeiten ganz unterschiedlich unser Thema „Umgang mit den neuen Medien“. Außerdem wurde alles noch mit Kamera und Fotoapparat dokumentiert.
Im Kontakt miteinander, durch Erzählen und in Rollenspielen lernen (wir) alle voneinander und das auf eine ganz einfache und leichte Art und Weise!
Annette Haardt-BeckerInnocence in Danger e.V.